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Wir sind Leuchttürme der Müllvermeidung

28 Nov

Vielleicht erinnert sich der ein oder die andere noch an unsere Veranstaltungsreihe Weg mit dem Dreck zur Woche der Abfallvermeidung im November 2015. Nachdem wir dafür in Brüssel den Europäischen Preis der Abfallvermeidung überreicht bekamen und in zurück in Berlin den Umweltpreis Mitte, wurden wir nun auch noch als ein Leuchtturm Projekt der Abfallvermeidung ins Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit eingeladen. Dort fand die diesjährige Auftaktveranstaltung für die Woche der Abfallvermeidung statt. Stellvertretend für die WeddingWandler stellte Signe unsere Aktivitäten und die daraus gewachsene Initiative Zero Waste Wedding vor.
Hier ist ihre Rede noch einmal zu nachlesen. Die dazu gehörige PowerPoint findet ihr hier: zero-waste-wedding.

„Guten Nachmittag, schön, dass doch noch so viele von Ihnen hier sind. Ich habe eine Frage an Sie: Wer von Ihnen war schon einmal im Wedding? (Sehr viele Arme gehen hoch.) Sehr schön, dann muss ich zu meinem Kiez ja gar nicht viel sagen. Wie Sie sich denken können hat ein Großteil meiner Nachbarinnen und Nachbarn ganz andere Herausforderungen zu meistern, als sich um ihren Müll Gedanken zu machen. Nicht desto trotz habe ich die wunderbare Ehre Ihnen heute eine kleine Erfolgsgeschichte der Müllvermeidung aus dem Wedding zu erzählen. Nämlich die, der der Veranstaltungsreihe „Waste Away“, oder auf Deutsch „Weg mit Dreck“, die den Preis der Europäischen Woche der Abfallvermeidung gewonnen hat. Hinter mir sehen Sie drei Bilder und drei Logos. Das sind die drei Institutionen, die hinter dem Projekt stehen. Die WeddingWandler unsere lokale TransitionTown Initiative, das himmelbeet, unseren Gemeinschaftsgarten und das Baumhaus, ein Projektraum für nachhaltiges Engagement.

Wobei diese Aufzählung nicht ganz stimmt. In Wirklichkeit waren es vor allem diese drei Personen, die durch unzählige Stunden ehrenamtliches Engagement und viel Herzblut die Veranstaltungsreihe ermöglicht haben. Und glauben Sie mir ich weiß wovon ich rede. Ich bin nämlich die in der Mitte. Vor uns sehen Sie den Veranstaltungsplan aus dem letzten Jahr. Wir waren tatsächlich von Montag bis Samstag in Sachen Müllvermeidung auf den Beinen.
Einige Leute fragen uns nach wie vor „Warum denn grade im Wedding?“ Die Antwort ist für uns ganz klar „Na weil der Wedding geil ist und weil man da wenigstens noch was erreichen kann!“ Und was wir im letzten Jahr alles geschafft? Hier sind ein paar Bilder von unseren Aktionen im letzten November. Wir hatten eine Diskussionsveranstaltung um uns dem Problem mit den wachsenden Müllbergen und schrumpfenden Ressourcen bewusst zu
werden, wir haben gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern einer Weddinger
Grundschule einen Nachmittag mit ihren selbst-upgecycelten Spielen organisiert, wir waren im Müllheizkraftwerk Ruhleben und haben im Anschluss Bokashi Eimer gebaut. Unser Müll war uns dann doch zu Schade für die Verbrennung, Sie wissen ja, was nicht ordentlich getrennt ist, kommt ab nach Ruhleben. Deshalb gibt es an Tagen in denen im Wedding abgeholt wird auch mehr Energie. Wir haben Führungen gemacht zum Thema teilen, tauschen, reparieren und müllfrei einkaufen, denn ja auch das geht bei uns. Im türkischen Nussladen an der Müllerstraße bekommt man auf Wunsch die Nüsse in die mitgebrachte Dose. Wir haben eine Zero Waste Challenge ausgerufen und hatten eine feine müllfreie Abschlussparty.
Ich kann Ihnen sagen, eine Veranstaltung ohne Müll stattfinden zu lassen ist gar nicht so einfach. Schauen wir uns hier lieber nicht zu genau um!
Im letzten Jahr hieß das für uns auf jeden Fall: keine Flyer, Plakat aus Papiermüll selber basteln, Kekse mit Zutaten von Original Unverpackt backen – und der Weg dorhtin ist nicht kurz! Servierten? Gibt’s nicht! Ab zum Waschbecken und dann mit dem Handtuch Hände trocknen und so weiter und sofort.

Das wir dann für all dieses Engagement tatsächlich nach Brüssel eingeladen wurden, hat uns wirklich überaus gefreut und spätestens auf der Bahnfahrt waren wir ganz schön aufgeregt! Wobei wir nicht verschweigen wollen, dass es auch noch andere Nominierte aus Deutschland gab. Die haben aber nicht so einen schönen und praktischen upgecycelten Holzblock wie wir mit nach Hause nehmen dürfen.
Ja Brüssel und die Auszeichnung könnten ein schönes Happy End sein, aber zum Glück hab ich ja noch ein paar Minuten Redezeit und auch ein paar mehr Slides.

Nach ein paar Monaten Verschnaufpause wurde aus dem Projekt „Teilnahme an der Woche der Abfallvermeidung“ nämlich die Initiative „Zero Waste Wedding“. Im Juli luden wir zur Auftaktveranstaltung ins himmelbeet ein und waren ziemlich überrascht (und verängstigt), als in kürzester Zeit mehrere hundert Leute über Facebook auf „Teilnehmen“ geklickt hatten. Glücklicherweise war es dann ziemlich kalt und es kamen „nur“ 40 warm eingepackte Menschen.

Die Folgeveranstaltung im August fand dann bei deutlich schönerem Wetter statt. Und trug auch gleich die ersten Früchte: Es gründete sich ein unverpackt Food Kollektiv. Die Idee dahinter ist es werden Trockenwaren im Großgebinde gekauft und Leute können kommen und sich die Linsen und Co in ihre Gläser, Dosen und Tüten abfüllen.
Mittlerweile hatten wir unzählige Folgetreffen und das nächste Ziel ist es, das Baumhaus möglichst müllfrei zu betreiben und zum Erfahrungsort oder um es ein bisschen moderner zu sagen zum „Real Lab“ für Zero Waste zu machen.

Bei jedem Treffen wird unser Kreis größer und es kommt ein Schwung neuer Leute dazu.Unsere Partnerorganisationen sind auch immer mehr geworden und ganz ganz heimlich träumen wir alle davon, dass Berlin erklärt eine Zero Waste Stadt zu werden. Zugegeben, dieser Weg wird sicherlich noch weit sein. Bis dahin müssen wir noch ordentlich wachsen und in vielen anderen Stadtteilen ähnliche Initiativen aufpoppen.
Ich hoffe ja, dass unter Ihnen heute der ein oder die andere mitmachen wird.

Diese Woche ist dafür genau die richtige, denn auch wir haben wieder ein paar
Veranstaltung passend zur Woche der Abfallvermeidung. Am Donnerstag widmen wir uns dem Thema müllfrei Essen und das Unverpackte Food Kollektiv stellt sich vor. Am Samstag geht es dann mit „Zero Waste Leben“ weiter. Es wird eine Einführung in die Lebensweise und Methodik von Bea Jonson geben, sie ist eine DER Zero Waste Gurus aus den USA. Wir entwickeln eine Strategie für einen müllfreien Wedding und diskutieren über einen Nahrungs-Nährstoff-Kreislaufwirtschaft für Berlin. Mehr Informationen gibt es auf Facebook und der Baumhaushomepage. Also kommen Sie vorbei, wir würden uns sehr freuen!“

Zum Glück sind wir nicht die einzigen Leuchttürme der Abfallvermeidung in Deutschland und so kamen nach Signe auch noch drei weitere Personen auf die Bühne.ewav2017-auftakt Von Links nach rechts stehen dort Julia Post, Gründerin von Coffee to go again, Signe Heins, Marie Delaperrièren, Gründerin von unverpackt in Kiel – der erste verpackungsfreie Laden in Deutschland – und Andreas Frädrich, Gründer von Pflanzenrettung.

Die Woche der Abfallvermeidung ist leider schon wieder vorbei. Aber wir machen natürlich trotzdem weiter – oder vielleicht auch erst recht?! Wenn ihr Teil von Zero Waste Wedding werden wollt, schaut Donnerstags abends im Baumhaus vorbei. Ab 19 Uhr trefft ihr dort das Unverpackte Food-Kollektiv an.

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