Von ersten Schritten als Balkongärtnerin

2 Sep

In diesem Jahr habe ich mir einen großen Wunsch erfüllt und bin unter die Balkongärtnerinnen gegangen. In meiner alten Wohnung ohne Balkon konnte ich zwar immerhin aus dem Küchenfenster in den Hinterhof klettern, meine Gärtnerversuche wurden aber immer wieder zu nichte gemacht. Einmal hatte ich Zwiebeln und Knoblauch unter dem Busch vor meinem Fenster gepflanzt, doch die wurden vom Gärtner beim Rasenmähen überfahren. Ein anderes Mal wollte ich meiner Palme ihren wohlverdienten Sommerurlaub im Garten gönnen und hatte sie im Busch versteckt, damit keiner sie klaut. Aber auch mit ihr hatte der Gärtner kein Erbarmen und sägte ihr beim beschneiden des Busches kurzerhand den Kopf ab. Doch nun – mit eigenem Balkon und ohne Gärtner – kann es endlich losgehen! Kartoffeln in der TüteVor allem die Idee des Kartoffeleimers hatte es mir angetan.
Das Prinzip ist simpel: Man lagert Kartoffeln so lange bis sie anfangen zu keimen. Wenn die Triebe richtig schön groß geworden sind, macht man ein paar Löcher in den Boden eines Eimers, befüllt ihn mit ca. 10 cm Erde, legt die Kartoffeln hinein und bedeckt sie mit Erde, bis sie grade so nicht mehr zu sehen sind. Wenn dann nach einigen Tagen (oder Wochen) die ersten grünen Blätter rausschauen, bedeckt man diese wieder mit Erde, so dass nur noch die Spitzen rausschauen. Das macht man bis der Eimer voll ist. Am Ende des Sommers kann man dann Kartoffeln ernten. Klingt doch wirklich einfach, oder?
Anstelle des Eimer habe ich eine Ikeatüte genommen und pflanzte fünf richtig schön keimende Linda-Kartoffeln ein. Meine Oma schwört auf Linda! Die Kartoffelpflanzen wuchsen kräftig. Ziemlich schnell wurde es eng auf dem Balkon und mir kamen die ersten Zweifel. Nach einer kurzen Recherche wusste ich: Ich hatte es übertrieben! In einen Eimer kann man eine Kartoffel pflanzen, in meine Ikeatüte maximal zwei… Sollte ich also eine totale Missernte erleben? Im Internet las ich Schaudergeschichten von fingernagelkleinen Minikartoffeln. Dabei hatte ich es mir doch so schön vorgestellt! Kiloweise Kartoffeln wollte ich ernten – jedenfalls so ungefähr. Ein halbes Kilo würde mir auch reichen.Kartoffelernte
Letzte Woche stellte ich mich dann meiner Ikeatüte. Die ersten Kartoffelpflanzen waren schon abgestorben und spätestens das soll ein sicheres Zeichen dafür sein, dass geerntet werden muss. Also buddelte ich los. Und siehe da – ich fand eine kinderfaustgroße Kartoffel!! Und dann noch eine! Und noch eine! (Und zugegeben auch einige Minikartoffeln.) Am Ende reichte meine Ernte tatsächlich für einen ganzen Kartoffelauflauf! Im nächsten Jahr gibt es wieder Kartoffeln. Und dann kommen sicherlich mehrere Aufläufe heraus! Meiner Palme geht es übrigens wieder gut. Sie hat jetzt zwei Köpfe.

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