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Hochprozentiges hat im Wedding Tradition

11 Mär

 

Geruchsproben by Fred

Habt ihr schon mal eine Zeitreise gemacht? Ich schon! Ein Abend in den Wedding der 50’er Jahre. Gemeinsam mit ein paar Freunden finde ich mich in mitten von alten Regalen, einer Duftorgel, vergilbten Geschmacksfibeln, verkorkten Gläsern mit ominösen Flüssigkeiten und historischen Geräten wieder. Würden nicht ab und zu solch bekannte Namen wie Berentzen, Gorbatschov oder Bacardi fallen, wäre die Zeitreise perfekt. Wir befinden uns in der Preußischen Spirituosen Manufaktur (PSM). Gerald Schroff gibt uns einen Einblick in die Geschichte des Schnapses – und irgendwie ist das auch die Geschichte des Weddings.

Duftorgel by Fred

Wer von euch im Sommer im Plötzensee baden geht, wird sie schon mal gesehen haben, die etwas verlassen wirkenden Backsteingebäude der Seestraße 13 auf der Seite des Virchow-Klinikums. Vielleicht habt ihr auch schon mal das Schild „Institut für Gärungsgewerbe“ entdeckt. Tatsächlich befindet sich die „Versuchs- und Lehranstalt für Spirituosenfabrikation“ seit dem Jahr 1874 auf diesem Gelände. 2008 übernahmen Gerald Schroff und Prof. Ulf Stahl dann die PSM. Der Name hat Tradition. Ursprünglich wurde hier Betriebsalkohol für die preußische Landwirtschaft gefertigt. Nachdem sich der Ottomotor durchgesetzt hatte, fokussierte man sich mehr und mehr auf Spirituosen. Seit dem wird in der Seestraße geforscht, denn beim Brennen und Destillieren geht es um weitaus mehr als den Kater am nächsten Morgen.

Düfte, Inhaltsstoffe, Alkoholzusammensetzung, der richtige Umgang mit der Destille – das sind nur einige der Aspekte mit denen sich die Mitarbeiter*innen der PSM beschäftigen. Außerdem kommen jedes Jahr die angehenden Destillateur*innen Deutschlands im Wedding zusammen um ihre Abschlussprüfung abzulegen. Die Aufgaben sehen in etwa so aus: Die Prüflinge bekommen eine Flasche Likör und eine Woche Zeit um die Inhaltsstoffe zu bestimmen und eine identisch schmeckende Kopie herzustellen. Und nein! Mit Labortests lässt sich diese Aufgabe nicht lösen. Die Prüflinge müssen sich ganz auf ihre Nasen und Zungen verlassen.

Geschmacksproben by FredNach so viel Input dürfen wir uns endlich auch mal versuchen. Gerald schenkt jedem ein Glas ein, bittet uns unsere Nasen zuzuhalten, dann dürfen wir einen Schluck nehmen und schmecken…. nichts. Doch sobald wir unsere Nasen wieder loslassen entfaltet sich ein unbeschreibliches fruchtiges, blumiges, fröhliches Aroma in unseren Gaumen. Wir sind ziemlich überwältigt. „Und was ist das, was euch da so weg haut?!“, fordert Gerald uns heraus. Erwischt! Wir raten ein bisschen hin und her. Endlich löst Gerald auf: Es ist ein Rosenlikör. Im Laufe des Abends werden wir noch des Öfteren unsere Geschmacks- und Geruchssinne testen. Für die Meisterprüfung zum Destillateur sind wir allerdings noch lange nicht bereit.

Gut, dass wir auch ohne Meisterbrief die feinen Tropfen der PSM genießen können. Kein Wunder also, dass wir am Ende des Abends so einige Flaschen aus den Regalen des Verkaufsraums räumen und mit nach Hause nehmen. Am nächsten Morgen sind sie der Beweis, dass unsere Zeitreise tatsächlich stattgefunden hat.

Mehr über die Führungen oder Spirituosen erfahrt ihr auf der PSM-Homepage http://www.psmberlin.de/

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