30 Tage Dinge-Diät

7 Jul

Eigentlich halte ich nicht viel von Diäten um abzunehmen. Das klappt eh nicht und ich hab echt besseres zu tun, als Kilokalorien zu zählen. Ich bin eine Genießerin und wenn die Hose zwickt, mach ich lieber ein paar Wochen Sport. Aber seit einiger Zeit bin ich doch voll im Diätrausch! Ich mache Dinge-Diät!

Was ist das denn?

Die Grundidee der Dinge Diät ist einfach erklärt: Ich miste aus! Weg mit den Dingen die ich nicht (mehr) brauche!
Zur Fastenzeit nahm ich mir ein Ding pro Tag vor. Sieben Wochen lang. Doch das schaffte nicht viel. Nun sind es mindestens 10 Dinge pro Tag – 30 Tage lang. Dabei gehe ich meine Wohnung Schritt für Schritt durch. Zuerst waren die Besteckschubladen dran, dann die Küchenschränke mit dem Geschirr, dann der linke Schrank mit Kochutensilien, danach der Rechte und so weiter und sofort. An manchen Tagen komme ich auf 20 Dinge, an anderen dann mit Ach und Krach auf 9. Spätestens seit dem ich bei den Lebensmitteln angekommen bin, zählen die Dinge, die gleich in den Müll wandern auch mit.

11139410_846537875435073_3667311307362626368_nFür den sozialen Druck, poste ich alles Aussortierte auf Facebook. Das hat den positiven Nebeneffekt, dass ich viele Sachen gleich loswerde, weil Freunde etwas sehen, was sie gebrauchen können. Letztens klingelte eine Freundin bei mir, die an einem Filmprojekt arbeitet: „Kann ich alles aus deinem Badezimmer haben? Wir brauchen ganz dringend angebrochene Sachen beim Set. Das sieht ja sonst nicht aus, wenn alles neu ist.“ Ich bin gespannt ob ich später mein altes Deo wiedererkennen werde.

Gerade wenn es mir schwer fällt auf die 10 Sachen zu kommen, stelle ich mir ein paar Fragen: Wann habe ich dieses Ding das letzte Mal gebraucht? Ist es über ein Jahr her, geht es dem Ding (wahrscheinlich) an den Kragen. Habe ich noch andere Dinge, die können, was dieses Ding kann? Hat dieses Ding einen besonderen Wert? Und kann ich es nicht fotografieren um den ideelen Wert zu erhalten?

Positive Aspekte

„Warum machst du das denn?“, ist eine Frage, die ich in der letzten Zeit öfter gehört habe. Zum einen mach ich das, weil es bei mir zuhause so unordentlich ist. Zum anderen, weil ich vor kurzem bei einem super anstrengendem Umzug geholfen habe. Dabei erinnerte ich mich daran, wie schön es auf Reisen ist mit einem einzigen Rucksack unterwegs zu sein. Oder daran, wie ich in meinem ERASMUS ein Jahr lang mit einem Rucksack und einer Tasche ausgekommen bin… das waren schöne Umzüge.

Vertieft man sich etwas mehr in der Dinge-Diät, Einfaches Leben und Declutter (engl. für 11206116_841121775976683_3116716208683312749_nausmisten) Blog-Literatur findet man noch so einige gute Argumente. Wir können Zeit sparen, weil wir all unsere Dinge nicht mehr pflegen, aufräumen, reparieren, neu kaufen müssen. Wahrscheinlich geht weniger zu Bruch, weil unsere Dinge nicht mehr auf halb 8 grade noch so Platz im Schrank finden. Damit ersparen wir uns Ärger. Wir sparen Geld, weil wir nicht mehr so viel brauchen, nichts reparieren müssen, vielleicht eine kleinere Wohnung reicht. Wir können uns wieder mehr auf das konzentrieren was uns wirklich am Herzen liegt. Acht weitere schnelle Gründe gibt es hier.

Und wohin damit?

Zur Zeit stapeln sich die aussortierten Dinge noch bei mir im Flur, bald ist da allerdings kein Platz mehr. Dann werde ich mir einen Nachmittag nehmen und alles wegbringen. Wohin? In der Rubrik Dinge-Diät wurde bereits eine Liste angefangen.

Für alle, die sich nicht trennen können, sind Leihplattformen ein erster Schritt. Zum Beispiel fairleihen.de, frents.com und dietauschboerse.de oder im offline im Leila in der Fehrbelliner Straße.

Noch mehr einfaches Leben…

Für manche ist die Dinge-Diät der Einstieg in ein einfacheres Leben. Der Schlüssel zum Glück mit sich selbst, liegt darin mehr Zeit für sich selbst zu haben. Die materiellen und immateriellen Dinge nehmen zuviel Zeit in Anspruch nehmen und müssen daher reduziert werden. Leo Babauta beschribt is „Declutter Your Life“ (Englisch), wie er über die Dinge Diät hinaus sein Leben vereinfachte. Auch schön finde ich diese elf Stimmen zum Thema Minimalismus.

Zugegeben, mich schreckt die Radikalität mancher Minimalisten noch ab. Erstrebenswert finde ich es dennoch und begebe mich Schritt für Schritt auf den Weg zu einem einfachen Leben.

5 thoughts on “30 Tage Dinge-Diät

  1. Hey Signe, schöner Beitrag, der mich dazu animiert hat, es dir gleich zu tun. 10 Dinge für 30 Tage dürften kein Problem sein, obwohl ich schon sehr viel weniger Dinge besitze als die meisten (zumindest kommt es mir so vor, wenn ich andere Wohnungen sehe). Aber da geht auf jeden Fall noch was und es ist eine gute Möglichkeit, endlich mit dem Ausmisten anzufangen. Liebe Grüße!

  2. auch wr haben es schon mal zwei Monate lang geschafft, ein Ding am Tag wegzuschaffen. Jetzt werden wir das Projekt in unserer WG bald wiederholen. Eine Geschenke-Box im Hausflur hilft beim Loswerden von Dingen.

  3. Da bei mir in den Küchenschubladen fast ausschließlich brauchbare Dinge drin waren, habe ich die wenigen Dinge, die gleich im Müll landeten nicht mitgezählt. Aber in meinem Vorratsschrank fand ich dann doch ziemlich viele sehr alte Sachen, die ich niemandem mehr zumuten konnte. Wenn ich die nicht mitgezählt hätte, wäre ich nicht auf meine 10 Dinge gekommen.

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